Wir spielen! Dragonwood

Eine unserer Errungenschaften von der Spielemesse in Hamburg war Dragonwood. Seitdem wird es hier regelmäßig gespielt und wir alle lieben es!

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Steckbrief

Dragonwood (von Game Factory) ist ein Kartenspiel mit Würfeln für zwei bis vier Spielende
Altersempfehlung: Ab 8 Jahren
Kosten: 15,95 Euro über Amazon

So funktioniert das Spiel

Ihr seid Abenteurer auf dem Weg durch den verzauberten Wald von Dragonwood. Ihr spielt Karten aus, um Würfel zu bekommen. Und mit diesen Würfeln besiegt ihr eine Reihe von grimmigen Kreaturen oder sammelt magische Gegenstände ein, die euch auf eurem Weg zu möglichst vielen Siegpunkten verhelfen können. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt!

Jeder Spieler bekommt fünf Abenteurer-Karten, die restlichen werden verdeckt auf einen Stapel abgelegt. Als Landschaft dienen fünf Dragonwood-Karten, die in der Tischmitte aufgedeckt werden, die restlichen warten ebenfalls verdeckt in einem Stapel. In der Landschaft können sich Kreaturen (darunter ein Wasser- und ein Feuerdrache), Verstärkungen und Ereignisse befinden.

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Spielaufbau bei drei Spielenden

Mit Hilfe der Abenteurer-Karten kann man entscheiden, ob man einen Zug macht, um Karten aus der Landschaft zu erobern oder ob man lieber eine Abenteurer-Karte nachzieht, um zu sammeln.

Folgende Züge zur Eroberung sind mit den Abenteurer-Karten möglich: Bei einer Zahlenreihe Schlagen, bei Karten mit gleicher Zahl Treten und bei Karten mit gleicher Farbe Schreien. Die Anzahl der Karten, die man für seinen Zug zusammenbekommt, entscheidet über die Anzahl der Würfel, die man für den Zug verwenden kann (bis zu sechs Würfel sind möglich). Verstärkungskarten bringen dauerhafte oder einmalige Boni auf (bestimmte) Angriffe, müssen aber ebenso wie Monster erst erstritten werden. Mit ihnen muss man die Gesamtanzahl, die für den jeweiligen Zug auf den Verstärkung- und Kreaturen-Karten steht, erreichen oder überwürfeln. Dann erhält man die Karte.

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Ich kann mit meiner Zahlenreihe aus den Abenteurer-Karten fürs Schlagen drei Würfel bekommen und erhalte einen Punkt für meinen Angriff vom Magischen Einhorn, das ich vorher erobert habe, dazu.
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Eigentlich wollte ich den Gefrässigen Bären besiegen. Ich habe aber mit den drei Würfeln durch die drei Abenteurer-Karten in der Zahlenreihe nur 4+1 erhalten und damit die 7, die bei einem Schlag für den Sieg nötig wären, nicht erreicht. Von meinen gesamten Abenterer-Karten muss ich eine ohne Errungenschaft ablegen.

Die eroberten Karten der Landschaft werden vom Stapel der Dragonwood-Karten aufgefüllt, damit immer fünf in der Tischmitte liegen. Dabei tauchen neue Kreaturen, Verstärkungen oder Ereignisse auf. Ereigniskarten betreffen alle Spieler und bringen weitere Spannung ins Spiel.

Die für die Angriffe verwendeten Abenteurer-Karten werden abgelegt, vorausgesetzt, der Angriff war erfolgreich. War er es nicht, muss man alle eingesetzten Abenteurer-Karten wieder aufnehmen und dann eine beliebige Karte ablegen.

Man kann aber jede Runde entscheiden, ob man jeweils eine neue Karte aufnehmen oder einen Angriff wagen will. Dabei gibt es keine Mindestanzahl, man kann auch mit nur einem Würfel angreifen – schließlich entscheidet über den Erfolg des Zuges auch das Würfelglück.

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Die Archetypen (Farben) der Abenteurer-Karten, total gelungen, wenn ihr mich fragt!

Das Spiel endet, wenn man entweder beide Drachen, die im Landschaftsstapel lauern, besiegt hat oder den Abenteurer-Stapel zweimal durchgespielt hat. Am Ende gewinnt, wer die meisten Siegpunkte hat, die es für Kreaturen gibt. Dabei gibt es noch Sonderpunkte für die meist eroberten Kreaturen.

Wie wir spielen

Wir spielen mit offenen Karten, da die Kinder noch Hilfe brauchen. Der Sechsjährige hatte das Prinzip aber sehr schnell begriffen und spielte sofort selbstständig. Trotzdem braucht er natürlich Hilfe bei manchen strategischen Entscheidungen. Auch der Kleine hatte sehr viel Spaß und entschied immer selbst, wie er Angreifen wollte (am liebsten schrie er die Kreaturen an, was bei ihm nicht sonderlich überraschend ist :-D). Die hier beschriebene Runde dauerte 1,5 Stunden (laut Spiel dauern die Runden 20+Minuten), die der Kleine komplett durchgehalten hat! Das muss man an dieser Stelle definitiv betonen, da in seinem Alter diese lange Zeit alles andere als selbstverständlich ist.

Wir spielten den Abenteurer-Stapel zweimal durch, bis zu den Drachen sind wir gar nicht erst vorgedrungen. Die Jungs erzielten 18 und 16 Punkte, ich…7. Das Würfelglück ist definitiv auf ihrer Seite.

Fazit

Kinderfreundlichkeit: Die Angriffe sind unblutig und der Mechanismus dahinter ist schnell verstanden. Durch die Begrenzung von neun Abenteurer-Karten pro Spielperson ist auf den ersten Blick zu erkennen, ob und wie viele Karten für einen Angriff zusammen kommen. Habe ich mehr von einer Farbe, einer Zahlenfolge oder von der gleichen Zahl? Will ich also Schlagen, Treten oder Schreien? Und was kann ich damit erobern?

Die Grafiken der Karten sind sehr schön und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Die Kreaturen tragen lustige Namen wie Irre Fledermäuse, Mürrischer Troll, Alberner Kobold oder Gefräßiger Bär. So hat jeder irgendwann sein liebstes Monster auserkoren, das er unbedingt erobern will.

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Rollenspiel-Elemente: Die Ereigniskarten laden dazu ein, erzählerisch die Ereignisse zu schildern: “Ein plötzliches Gewitter bricht über uns ein, unsere Abenteurer fliehen aus dem Drachenwald!” (Gewitter: Alle Spieler müssen 1 Abenteurer-Karte auf den Ablegestapel legen) oder “Oh nein! Wir geraten in Treibsand! Die ganze Ausrüstung versinkt!” (Treibsand: Entferne alle Verstärkungen aus der Landschaft und ersetze sie durch neue Karten vom Stapel).

Man generiert mit seinen Karten die Anzahl der Würfel und kann entscheiden, ob man volles Risiko geht oder erst sammeln will, ob man sich Verstärkungen erobert oder Monster bekämpfen will. Das sorgt zwar dafür, dass immer noch das Würfelglück über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, man aber dennoch taktieren kann.

Gesamtfazit: Wir lieben das Spiel, es macht auch jüngeren Kindern Spaß und wir Erwachsene kommen ebenfalls auf unsere Kosten. Die Züge sind simpel aber variantenreich, und die Würfel bilden ein spannendes Zufallselement. Die Kreaturen sind zum Teil wirklich nicht leicht zu besiegen – die Drachen schon gar nicht. Es kommt wirklich Rollenspielfeeling auf, wenn man mit seinen Würfeln den Mindestwurf der zu erobernden Karte erreichen muss.

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Was will ich mit meinen fünf Würfeln wagen?

Kennt ihr Dragonwood? Habt ihr es schon gespielt oder kennt ihr ähnliche Spiele, die wir ausprobieren können?

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