An de Waterkant, Hamburg 2077 – Shadowrun mit PDQ#

Mit “An de Waterkant, Hamburg 2077 – Shadowrun mit PDQ#” plane ich eine Reihe, in der ich verblogge, wie wir die Sechste Welt mit dem PDQ#-System bespielen. Ich will euch hier zukünftig also mit Gedanken, Ideen und tatsächlichen Erfahrungen aus den Spielabenden versorgen.

Aber zunächst einmal starte ich mit dem “Warum überhaupt”.

Warum Shadowrun und warum nicht mit Originalregeln?

Mit Shadowrun begann vor über 15 Jahren meine Rollenspielleidenschaft. Damals spielten wir noch eine Mischung aus 2. und 3. Edition, später ignorierte ich die 4. und leitete selbst die 3. Edition. Schließlich wechselten wir in die 5. und wurden nie so richtig warm mit diesem System (und der AR).

Es folgten in den letzten Jahren einige Versuche, die Welt mit anderen Systemen zu bespielen (wir versuchten uns an Savage Run und hofften stark auf Anarchy, was uns aber sehr enttäuschte), nichts davon machte uns glücklich und wir landeten immer wieder beim Originalsystem.

Aber unsere Gruppen- und Rundenkonstellation sorgte dafür, dass ich die Regeln nie richtig gebacken gekriegt habe. Da ich erstens nur alle drei Monate Shadowrun leitete, zweitens verhältnismäßig wenig Zeit zum Vertiefen und Regellernen hatte und drittens dazu noch sehr kleine Runden meisterte, stellte mich die Komplexität vor eine echte Herausforderung, die mich auch zugegeben enorm ausbremste.

Gut, vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof oder zu faul, das will ich gar nicht ausschließen.

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Da Welt und System natürlich zueinander gehören, habe ich schon mehrfach frustriert aufgehört zu leiten, aber kann doch nicht von der Sechsten Welt lassen. Ich liebe sie einfach, auch wenn unsere ganzen Regelwerke und Quellenbücher rein für den Fluff im Regal stehen. Also suchte ich verbissen weiter.

Gesucht wird ein passenderes System

Dafür muss ich erst einmal kurz vorstellen, wie ich leite, denn daraus ergeben sich die Anforderungen, die ich an ein System habe. Außerdem erklärt sich damit vielleicht auch, warum ich mit dem Originalsystem nicht klar komme:

  1. Ich habe zwei kleine Kinder, d.h. ich schlafe so gut wie nie. Mein Gehirn ist wie Brei, die Regeln müssen also auch im Dämmerzustand abrufbar sein.
  2. Wir spielen meistens nur zu Zweit, öfter zu Dritt und ganz selten in einer größeren Runde. Das heißt, ich muss sowohl neben der Welt und dem Plot auch die Gespräche performen, denn NSC sind in solchen Konstellationen enorm wichtig. Ich liefere also beim Spiel viel gleichzeitig ab und habe nie Momente, in denen ich NICHT gefordert bin. Die Regeln dürfen mich dabei nicht ausbremsen oder blockieren.
  3. NSC brauche ich aufgrund der kleinen Runde viele, und diese oft genug spontan. Deren Erschaffung muss daher schnell von der Hand gehen und ihnen trotzdem Qualität und Tiefgang verleihen.
  4. Die kleine Gruppe bedeutet aber auch, dass die Spielenden etwas mehr Power vertragen können. Gerade für SR braucht es oft ein Team, und ich will nicht mehr mit den NSC mitspielen als leiten müssen, daher muss der Spielende auch mehr alleine reißen können.
  5. Ich lege viel Wert auf erzählerisches Spiel. Statt Werte und Zahlen will ich Beschreibungen und Details von Handlung hören.
  6. Mein Fokus liegt dabei (ganz Soziologin, sorry) auf sozialen Konflikten, gesellschaftlicher Spaltung und dem ganzen Drek. Mich interessiert der Body (und die Seele) im Tech.
  7. Ich arbeite viel mit Szenerien und mein Leitstil ist eher cinematisch statt strategisch. Ich will Aktion, Drama und Coolness. Muss ich beim Beschreiben der Szenen den Zollstock auspacken und Reichweiten berechnen, stehe ich komplett auf dem Schlauch.
  8. Zauber und Schusswaffen müssen sich gleich abfeuern lassen können, der Adept auf der Straße muss genauso kämpfen wie der Decker in der Matrix und es sollte keine Rolle spielen, ob der Rigger ein U-Boot oder ein Fahrrad steuert. Bitte keine Sonderregeln für jede Variante, sondern ein einziger Mechanismus für alles.

Meine Anforderungen an ein System, mit dem ich SR leiten will, sind bei meinen ganzen Vorgaben zusammengefasst: es muss leicht von der Hand gehen, die (1-3) Spielenden genügend empowern, qualitativ hochwerte NSC schnell erschaffen können UND alles abbilden können: Magie, Schusswechsel, Fahrzeugkampf, Matrix, … und nebenbei faulen Spieleiterinnen trotzdem coole Plots ermöglichen.

Ich suche quasi die eierlegende Wollmilchsau

Nun glaube ich allerdings, ein passables System gefunden zu haben und möchte hier auf dem Blog zukünftig vorstellen (und dabei ein bisschen reflektieren), wie es läuft.

Wir spielen Shadowrun seit einiger Zeit mit PDQ# und im nächsten Post geht’s darum, wie PDQ# für diesen Zweck theoretisch funktioniert. U.a. werde ich ausführen, wie man einen Shadowrunner baut und wie wir Magie und Kampf abbilden. Dabei wird es auch praktische Beispiele aus unserer Runde geben.

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Das bin ich – der unfähige SR-Fan

Ich freue mich natürlich auch über Kommentare und eure Erfahrungen! Spielt jemand PDQ# oder hat SR mit einem anderen System geregelt bekommen?

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