Oster-Abenteuer für So nicht, Schurke!

Als die Familie (corona-konform) über Ostern bei uns zu Besuch war, habe ich für die insgesamt vier Kids eine Runde So nicht, Schurke! geleitet. Es kamen Kaninchen und Eier vor, insofern kann man es wohl als Oster-Special bezeichnen. 🙂 Die Spielsitzung war recht chaotisch, weil die Kids ziemlich aufgeputscht waren (viel Schoki und einen ganzen Tag zusammen spielen), aber sie hatten trotzdem Spaß. Das Ganze war linear, aber anders funktioniert es bei den Kleinen auch noch nicht. Und da die*der eine oder andere von Euch da draußen vielleicht auch die Kids mit So nicht, Schurke! bespaßen möchte und wir die Veröffentlichung von Spielmaterial angekündigt hatten, erfolgt hiermit nun die Premiere.

Kurz vorweg: Wir spielen in einem Dorf namens Reichsend am Ende des Reichs und am Rande des Reichsforst, in dem reichlich ungewöhnliche Kreaturen hausen. Und da die Reichspolizei sich hier, so fernab der Reichshauptstadt kaum blicken lässt, ist das Dorf reich an Kindern, die die Dinge in die Hand nehmen, wenn es ihnen reicht. Noch Fragen? 😀

Wir spielen nicht (!) in Fabula, und es handelt sich auch um normale Kinder und handelsübliche Tierbegleiter. So, wie es im Buch unterbreitet wird, ist das Spiel uns zu bunt und abgedreht, daher haben wir uns unser eigenes kleines Fleckchen ausgedacht.

Uuuuuuund ACTION!

Es ist Winter in Reichsend, und der Schnee hat sich wie eine Decke über den Ort gelegt.

Drei Karaninchen in weißen Karateanzügen sind über eine Goblinhöhle unweit von Reichsend gestolpert und machen sich nun einen Spaß daraus, die dusseligen Goblins zu veräppeln und sich von vorn bis hinten von ihnen bedienen zu lassen. Weil die Karaninchen weiß sind und auch weiße Karate-Anzüge tragen (die sie im Schnee besser tarnen), ist der Goblin-König sich sicher, die Geister seiner Ahnen vor sich zu haben, und erfüllt ihnen jeden Wunsch.

Karaninchen (aus: So nicht, Schurke! – Au weia, Monster)

Aus Jux und Dollerei wollen die Karaninchen, dass die Goblins ihnen zu Ehren ein Geisterfest abhalten. Die Goblins sind normalerweise scheu und trauen sich nicht in die Dörfer der Menschen. Aber die Karaninchen befehlen ihnen, Milch und Mehl zu klauen, beides zu mischen und sich mit der Schmiere zu tarnen, damit sie im Schnee nicht auffallen. Das gefällt den Goblins, denn für Sauereien jeder Art sind sie immer zu haben. Dann klauen die Goblins Kuchen, Essen, Bier und anderes Zeug, das man für eine Party braucht.

Kinder und Begleiter tun gerade Dinge, als Bauer Horst ratlos an ihnen vorbeiläuft und der Bürgermeisterin beichtet, dass es heute keine Milch gibt, weil die Euter seiner Kühe leer sind. Schon wieder! Aber heute fehlen sogar ein paar Eimer. Es ist fast so, als hätte jemand nachts die Kühe gemolken.

Eine Spur kleiner Füße führt zur Mühle am Fluss, wo sie auf Müller Habeck treffen. Der ist fuchsteufelswild, weil jemand das ganze Mahlgut von zwei Tagen Arbeit gestohlen hat. Jetzt muss er wieder sein Silo aufmachen und von vorn anfangen. Ohne Mehl kann die Bäckerin nämlich nicht ihre leckeren Franzbrötchen backen.

Die Spur (die kleinen Fußabdrücke sind nun viel tiefer) führt von der Mühle aus über die Wiese in den Reichsforst. Hier verliert sie sich aber, weil die dichten Baumkronen den Schnee davon abhalten, bis auf den Boden zu fallen. Es ist schon spät, und die Begleiter weigern sich, im Dunkeln den Wald zu betreten.

Irgendjemand oder -etwas aus dem Wald hat Milch und Mehl geklaut, aber warum? Erstmal können sie nichts tun. Am nächsten Abend aber verschwinden Kuchen, die zum Abkühlen ins Fenster gestellt wurden, Bierfässer aus dem Wirtshaus, Honigtöpfe vom Imker Bienlein und Eier aus dem Hühnerstall. Der Imker behauptet steif und fest, einen kleinen Geist gesehen zu haben, der kichernd mit seinem Honig in der Dunkelheit verschwunden ist.

Als wir das Abenteuer gespielt haben, hat Fanny (die Älteste in der Runde) sich ziemlich clever angestellt und ein Zelt am Dorfrand aufgeschlagen. Dort hat sie mit ihrem Wolf Greg auf eventuelle nächtliche Schleicher gelauert und prompt einen der Goblins erwischt. Der hat sie dann zur Höhle geführt, sodass ich einiges an Spurensuche und Detektivarbeit abkürzen konnte.

Die Kinder untersuchen die Tatorte und entdecken überall Fußabdrücke. Geister hinterlassen keine Fußabdrücke! Sie folgen den Fußabdrücken, die wieder zum Wald führen. Doch diesmal sind sie auch im Wald zu verfolgen, weil die Räuber bröckelnde weiße Kruste hinterlassen haben, die ein wenig wie Pfannkuchenteig riecht. Auch Himbeersoße und Honigflecken säumen die Spur (es war einfach zu verlockend für den Dieb).

Sie folgen der Spur bis zu einer Steilwand, von der ein seltsamer Holzkäfig an einem Seil herabhängt, fast wie ein Fahrstuhl. Er ist jedoch hochgezogen. Sie erklettern die Wand und entdecken eine Höhle. Die Wände sind mit Bildern bemalt, die wie von Kleinkindern gemalt aussehen. Aus dem Inneren der Höhle hört man Kichern und Krawall.

Die Kinder folgen dem Tunnel und gelangen an eine Gabelung. Links geht es weiter bergab, rechts bergauf. Wer dem rechten Pfad folgt, erreicht die Höhle. Wer links entlang geht, gelangt auf eine Art Balkon, von dem man unbemerkt herabsehen kann.

Es ist eine Goblinhöhle! Etwa drei Dutzend Goblins suhlen sich in Honig, Milch und Mehl, trinken Bier und bewerfen sich mit Eiern. Es ist die schlimmste Sauerei, die die Kinder je gesehen haben. Auf einer Empore mit mehreren Stufen liegen drei Hasen in Karate-Anzügen auf Kissen und amüsieren sich köstlich über die Goblins. Auf einem Thron neben dem Podest sitzt ein etwas unglücklicher, größerer Goblin mit einer Krone auf dem Kopf und einem plüschig-roten Mantel – der Goblin-König.

Machen die Kinder sich bemerkbar, halten die Goblins alle inne und starren zwischen den Hasen und den Kindern hin und her. Die Hasen rufen, die Goblins sollen die Kinder angreifen, die zögern aber, weil sie eigentlich Angst vor Menschen haben.

Goblin (Quelle: iStock Photos)

Die Hasen sind ganz offensichtlich KEINE Ahnengeister, sondern Karaninchen, Kaninchen in weißen Karate-Anzügen und Karotten-Nun-Chakos, die sich hier bedienen lassen und die armen Goblins veräppeln. Der Goblin-König, der das mittlerweile ebenfalls begriffen hat, springt auf und bittet die Ahnengeister, die Eindringlinge zu vertreiben. Natürlich in der Hoffnung, dass die Karaninchen die Hucke versohlt bekommen und endlich verschwinden. Seine eigenen Goblins kann er nicht dazu auffordern, weil er dann nämlich zugeben müsste, dass er sich hat bedüppeln lassen.

Goblinkönig (Quelle: Goblin King Games)

Wenn die Kinder sich einmischen, machen die Goblins einen Ring auf, und die Karaninchen kommen von ihrem Podest runter, um die Kinder anzugreifen. Die Goblins feuern die Kinder an. Es ist ihnen aber egal, wer gewinnt, Hauptsache es gib einen guten Kampf, und die Party geht weiter. Wenn die Karaninchen besiegt sind, schwören sie Rache und verziehen sich. Eines tritt noch einen Stuhl um. Dann geht die Sauerei einfach weiter, und die Goblins bewerfen sich mit allem, was sie in die Finger bekommen.

Der Goblin-König bedankt sich bei den Kindern, dass sie die „Bösen Hoppler“ vertrieben haben. Er verspricht, dass die Goblin nichts mehr aus dem Dorf klauen werden. Die Kinder können sich dann noch vollfuttern, falls sie in dem ganzen Matsch noch etwas finden, das appetitlich aussieht. Dann lassen die Goblins sie mit dem Fahrstuhl wieder nach unten, damit sie den Heimweg antreten können.

ENDE

Falls Ihr Euch die Spielsitzung einmal anhören möchtet – wir haben sie mitgeschnitten und zum Gegenstand unserer aktuellen Podcast-Folge gemacht (Folge 6, die am 30.04.21 online geht). Es war sehr lustig und unterhaltsam, also hört gern mal rein!

Hier der Link zur Podcast-Folge auf Podbean!

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